Falsch gedacht: Schokolade hebt die Stimmung

Macht Schokolade glücklich? (© dpa)
Schokolade wirkt auf einige Botenstoffsysteme im Gehirn (Serotonin, Dopamin, Endorphine), die unter anderem an der Regulation von Appetit und Stimmung beteiligt sind. So stimulieren Kakaoprodukte zum Beispiel das Dopaminsystem. Das Verlangen nach Essen entsteht heute weniger aufgrund von Energiemangel, als viel mehr durch das zu erwartende Essvergnügen – an diesem Mechanismus ist der Botenstoff Dopamin beteiligt und sorgt so beim „Spaß-Nascher“ für das Genussgefühl.
Mangelt es dem Körper an dem Botenstoff Serotonin, können möglicherweise depressive Verstimmungen auftreten – zumindest lassen sich Depressionen durch Steigerung der Serotoninkonzentration im Gehirn gut behandeln. Die Aufnahme von Zucker – wie aus der Schokolade – regt zwar die Bildung von Serotonin an, allerdings in so geringem Maß, dass die Stimmung nicht langfristig steigt. Viel mehr als von der Zuckeraufnahme hängt die Serotoninproduktion von der Aktivität der Nerven ab.
Effektiver wirkt Schokolade auf die körpereigene Produktion von Opioiden, so genannten Endorphinen. Diese Botenstoffe werden nach dem Genuss von Schokolade oder anderen Süßigkeiten vermehrt im Gehirn freigesetzt und wirken schmerzlindernd und entspannend. Auf diesen Opioid-Effekt reagieren wohl jene „emotionalen Nascher“, die Schokolade gegen Stress oder Depressionen essen. Unter Umständen gelingt es sogar, dadurch die Stimmung für eine kurze Zeit aufzuhellen. Als dauerhafter „Seelentröster“ taugt der süße Stoff jedoch wenig.
Es gibt jedoch tatsächlich Ernährungsformen, mit denen sich gegen schlechte Laune und Depressionen ankämpfen lässt: Eine eiweißarme und kohlenhydratreiche Kost macht langfristig fröhlicher und ausgeglichener. Das heißt: viel Obst und Gemüse, aber wenig Käse und Fleisch essen. Eine Sonderstellung hat Fisch: Untersuchungen mit Fisch und Fischölen haben gezeigt, dass sich damit schwere Depressionen lindern lassen – geheilt werden können sie damit allerdings nicht.
Bliebt festzuhalten: Die Lust auf ein Stück Schokolade oder eine Tasse Kakao muss sich niemand verkneifen. Denn auch, wenn Schokolade nicht unbedingt glücklich macht, weiß man inzwischen doch, dass vor allem dunkle Sorten den Blutdruck senken, bei Diabetes helfen und das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern können. Ernährungsforscher vermuten, dass so genannte Flavanole in den Kakaobohnen für den schützenden Effekt verantwortlich sind. Diese Stoffe besitzen die Fähigkeit, reaktionsfreudige Zwischenprodukte unseres Stoffwechsels, so genannte „freie Radikale“, unschädlich zu machen, ehe sie unsere Zellmembranen angreifen. So bleiben die Blutgefäßwände dehnbar und können dem Druck des Blutes nachgeben. Allerdings: Alles in Maßen bitte!. Denn viel Schokolade macht dick! Und Übergewicht steigert wiederum das Risiko für Herz und Kreislauf.
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