Mikon Raab - Epilepsie


""Ich freue mich, dass es aufwärts geht und will jetzt richtig durchstarten""

Herr Raab, bitte erzählen Sie uns, wie es mit Ihrer Krankheit angefangen hat.
Mit 16 Jahren hatte ich meinen ersten Anfall. Ich war bei einem Freund zu Besuch und bin vom Stuhl gekippt. Später erzählte man mir, dass ich ca. drei bis fünf Minuten verkrampfte. Der Freund und seine Eltern waren natürlich sehr schockiert. Mein Arzt diagnostizierte Epilepsie. Von da an hatte ich ca. ein bis zwei Mal im Monat einen epileptischen Anfall. Vier Jahre später erhielt ich ein Medikament, das die Anfälle auf erträgliches Maß reduzieren konnte.

Wie ging es dann weiter?
Im Jahr 2008 traten jedoch leider wieder vermehrt epileptische Anfälle auf. Etwa zwei Mal monatlich musste ich mit einem großen epileptischen Anfall rechnen und fast täglich hatte ich einen kleineren, einen so genannten komplex-fokalen Anfall, eine kurzzeitige Abwesenheit. Aufgrund der Unberechenbarkeit und der Angst vor einem Anfall zog ich mich völlig zurück und ging kaum mehr vor die Tür. Auch viele Freunde und Bekannte haben sich in dieser Zeit von mir distanziert. Mein Arzt verschrieb mir daraufhin eine neue Medikamentenkombination. Seitdem bin ich anfallsfrei und habe nur noch etwa einmal im Monat einen kleineren Tic.

Wie würden Sie die Bedeutung der Medikamente für Ihr Leben beschreiben?
Erst dank der neuen Medikamente habe ich wieder neuen Lebensmut gefasst und bin in der Lage, wieder meine Zukunft zu planen. Ich hole zurzeit auf dem zweiten Bildungsweg meinen Realschulabschluss nach. Früher, als ich noch regelmäßig Anfälle hatte, war an eine Ausbildung nicht zu denken. Aufgrund meiner Erkrankung musste ich damals die Schule abbrechen und konnte mein Abitur nicht machen.

Haben Sie Nebenwirkungen bei der Therapie festgestellt?
Ich habe vielleicht etwas zugenommen und vielleicht stammt auch eine leichte Akne von den Medikamenten, aber ansonsten kann ich nichts feststellen. Meine Leber- und Nierenwerte waren mit früheren Medikamenten etwas schlechter, aber heute sind sie wieder normal.

Warum haben Sie sich dazu entschieden, bei der Kampagne „Forschung ist die beste Medizin.“ mitzumachen?
Da musste ich nicht lange überlegen. Ich bin froh, dass es forschende Pharma-Unternehmen gibt. Nur mit Hilfe innovativer Medikamente kann ich selbstbestimmt und ohne Angst leben.

Und was sind Ihre Pläne?
Nach meinem Schulabschluss möchte ich eine Ausbildung beginnen und zusammen mit meiner Freundin nach Berlin ziehen. Ich freue mich, dass es aufwärts geht und will jetzt richtig durchstarten.

Epilepsie - Gewitter im Kopf

Die Epilepsie ist eine Funktionsstörung des Gehirns, die umgangssprachlich auch als Fallsucht oder Krampfleiden bezeichnet wird. Die Erkrankung kann viele Gesichter haben: Kommt es bei manchen Patienten nur zu sekundenlangen Bewusstseinstörungen mit schwachen Muskelzuckungen, leiden andere unter minutenlanger Bewusstlosigkeit mit krampfartigen Zuckungen der Arme und Beine.

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Bessere Wirkung, weniger Nebenwirkungen

Bislang sprechen nur etwa drei Viertel aller Epileptiker auf eine medikamentöse Behandlung an.

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Älter als die Menschheit

Bei den Babyloniern und Ägyptern war die Epilepsie bekannt und gefürchtet. Im antiken Griechenland dagegen galt sie lange als „heilige Krankheit“, die auf eine Besessenheit durch einen der vielen Götter zurückzuführen war.

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